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Praxis-Dienstplan: 10 Tipps für eine faire Planung

Praxis-Dienstplan erstellen: 10 Tipps für eine faire, gesetzeskonforme und flexible Planung im Praxisalltag. So gelingt die Dienstplanung.

Ein guter Praxis-Dienstplan erfüllt die gesetzlichen Vorgaben, wird vom Team akzeptiert und bleibt bei kurzfristigen Ausfällen flexibel. Am wichtigsten sind klare Regeln, die einmal sauber hinterlegt und danach wiederverwendet werden. Dazu kommt es darauf an, die Wünsche der Mitarbeitenden aufzunehmen und offenzulegen, nach welchen Kriterien geplant wird. Wer saisonale Schwankungen und drohende Engpässe früh berücksichtigt, spart Zeit bei der Erstellung und erhöht die Akzeptanz im Praxisteam. Die folgenden zehn Tipps gehen die einzelnen Punkte durch. 

Wer die Planung von Hand hinter sich lassen will, findet in der Dienstplan-Software für Arztpraxen einen automatisierten Weg. Die untenstehenden Prinzipien gelten aber unabhängig vom Werkzeug: 

Was einen fairen Praxis-Dienstplan ausmacht

Ein fairer Praxis-Dienstplan entsteht nicht zufällig. Die folgenden zehn Punkte zeigen, worauf es ankommt, von der gesetzlichen Grundlage bis zur Beteiligung des Teams. 

1. Gesetzliche Vorgaben von Anfang an einplanen

Viele Regeln müssen zusammenkommen. Das Arbeitszeitgesetz gibt die Mindestruhezeit zwischen zwei Schichten vor, den Ausgleich für Sonn- und Feiertagsarbeit und die Höchstarbeitszeit pro Woche. Dazu kommen Mutterschutz, Jugendarbeitsschutz, Mindestlohn und Bundesurlaubsgesetz. Diese Vorgaben gehören in die Planung, bevor der erste Dienst verteilt wird, nicht in eine Kontrolle danach. Verstöße sind kein Kavaliersdelikt: Nach § 22 ArbZG drohen Bußgelder von bis zu 15.000 Euro je Verstoß. Wer die Grenzen schon bei der Erstellung berücksichtigt, muss den fertigen Plan nicht nachträglich gegen jede einzelne Vorschrift prüfen. 

Praxis-Tipp: Prüfen Sie einmal im Jahr, ob tarifliche Regelungen wie der TV-MFA (Manteltarifvertrag für Medizinische Fachangestellte) korrekt hinterlegt sind, etwa die Regelarbeitszeit von 38,5 Stunden. 

2. Routinen und saisonale Schwankungen berücksichtigen

Jede Praxis hat ihren eigenen Rhythmus. Die morgendliche Blutabnahme, feste Sprechstundenzeiten, über das Jahr schwankende Patientenzahlen, die Impfkampagne im Herbst. Bilden sich solche Muster im Plan ab, ist das Team dann da, wenn der Andrang am größten ist. 

3. Planungsregeln einmal sauber definieren

Teilzeitverträge, Überstundenregelungen, Zulagen für Rufbereitschaften oder KV-Notdienste, unterschiedliche Qualifikationen: Wer diese Regeln einmal pro Mitarbeitendem hinterlegt, muss sie nicht in jedem Plan neu bedenken. Der Aufwand steckt in der ersten Einrichtung. Danach wird die Planung spürbar leichter. Gerade Qualifikationen lohnen die Mühe, weil bestimmte Dienste nur mit passender Berechtigung besetzt werden dürfen. Ist einmal hinterlegt, wer welchen Notdienst übernehmen darf, entfällt die manuelle Kontrolle bei jeder neuen Schicht. 

4. Mehrere Standorte in einer Planung zusammenführen

Praxen mit mehreren Standorten oder eine MVZ-Struktur profitieren von einer gemeinsamen Dienstplanungs-Übersicht. Mitarbeitende lassen sich standortübergreifend planen, und wer bei einem kurzfristigen Ausfall einspringt, muss nicht am selben Standort sitzen. Wie sich solche Ausfälle organisieren lassen, hängt stark von der Größe der Praxis ab. 

5. Wünsche der Mitarbeitenden aufnehmen

Schulferien, Kitazeiten, die Abstimmung mit den Arbeitszeiten der Partnerin oder des Partners, Familienfeste: Je mehr davon in den Plan einfließt, desto eher wird er getragen. Das zahlt auf Work-Life-Balance und Zufriedenheit ein, und beides senkt langfristig die Fluktuation. 

6. Mitarbeitende aktiv beteiligen

Urlaubswünsche, Schichttausch, ein spontan freier Tag: Wenn Mitarbeitende ihren Dienstplan mitgestalten können, nimmt das Abstimmungsaufwand aus dem Alltag. Ein Plan, an dem man selbst beteiligt war, wird außerdem seltener infrage gestellt. 

7. Mit Fairness und Transparenz Akzeptanz schaffen

Ein Dienstplan wird getragen, wenn er als gerecht empfunden wird. Dafür braucht es nachvollziehbare Kriterien statt Bauchgefühl. Wer erklären kann, warum eine Schicht so verteilt ist, muss sie seltener verteidigen. 

8. Kurzfristige Ausfälle schnell auffangen

Krankmeldungen gehören zum Praxisalltag. Wichtig ist, dass schnell jemand mit der passenden Qualifikation gefunden wird und der Rest des Plans dabei stehen bleibt. Je klarer vorher geregelt ist, wer einspringen kann, desto weniger Telefonate kostet ein Ausfall. Hilfreich ist ein fester Kreis an Vertretungen, etwa ein kleiner Springerpool oder Kolleginnen und Kollegen, die freiwillig zusätzliche Dienste übernehmen. So lässt sich schon vor dem Ernstfall festlegen, wen die Planung zuerst anfragt. 

9. Engpässe früh erkennen

Ein übersichtlicher Plan zeigt Lücken, bevor sie zum Problem werden. Wer die dünne Besetzung in drei Wochen schon heute sieht, kann in Ruhe umplanen, statt am Morgen selbst zu improvisieren. 

10. Betriebliche Ziele im Blick behalten

Ein gut gemachter Plan wirkt auf die Zahlen: weniger Überstunden, kein unnötiger Personalpuffer, keine überqualifizierten Kräfte an der falschen Stelle. Sinkende Fluktuation und weniger Krankmeldungen kommen oft dazu. Das spart Kosten und Zeit. Und ein Team, das seinen Plan akzeptiert, kümmert sich entspannter um die PatientInnen. 

Was muss ein Dienstplan in der Arztpraxis gesetzlich erfüllen? 

Maßgeblich ist das Arbeitszeitgesetz: Mindestruhezeiten, Ausgleich für Sonn- und Feiertagsarbeit, Höchstarbeitszeit. Hinzu kommen Mutterschutz, Jugendarbeitsschutz, Mindestlohn und Bundesurlaubsgesetz. Für MFA regelt der TV-MFA zusätzlich Punkte wie die Regelarbeitszeit. 

Wie macht man einen Praxis-Dienstplan fair? 

Fair wirkt ein Plan, der nachvollziehbaren Regeln folgt und die Wünsche der Mitarbeitenden so weit wie möglich berücksichtigt. Entscheidend ist die Transparenz über die Kriterien. Das Ergebnis im Einzelfall lässt sich dann leichter erklären. 

Wie berücksichtige ich Mitarbeiterwünsche im Dienstplan? 

Sammeln Sie Verfügbarkeiten sowie Urlaubs- und Freiwünsche strukturiert ein, bevor Sie planen. Je früher die Wünsche vorliegen, desto einfacher lassen sie sich mit den gesetzlichen und tariflichen Vorgaben in Einklang bringen. 

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